Events

Ausstellung im Wirtschaftsmuseum WIEN

14th April, 2022

Einladung zur Eröffnung
Im Rahmen einer kleinen aber feinen Eröffnungsveranstaltung laden wir unsere Mitglieder und Interessierte am Dienstag, den 3. Mai 2022 um 18:30 zur gemeinsamen Feier des Beginns der Ausstellung im Wirtschaftsmuseum Wien in der Vogelsanggasse 36, 1050 Wien.

Programm:
Eröffnung & Moderation: Andreas Novy (WU/IKPS)
Keynotes:

Claus Thomasberger (IKPS)
Karl Polanyi und das Rote Wien

Karl Polanyi und das Rote Wien – eine vielschichtige Beziehung: 1886 in Wien geboren, kam Polanyi im Jahr 1919 – schwerkrank und durch eine Kriegsverletzung geschwächt – in die Stadt zurück. Hier traf er seine spätere Frau. Hier wurde seine Tochter geboren. In Wien arbeitete er bis 1933, als er sich aus politischen Gründen zur Emigration gezwungen sah, als Redakteur des „Österreichischen Volkswirts“, der damals wichtigsten mitteleuropäischen Wirtschafts- und Finanzwochenzeitung. Gleichzeitig beteiligte er sich an der Debatte über die sozialistische Rechnungslegung, die von Ludwig von Mises, dem in den 1920er Jahren führenden Vertreter der Schule der Österreichischen Schule der Volkswirtschaftslehre, initiiert worden war, wie auch an den Strategiediskussionen, die am Rande des Austromarxismus geführt wurden. In Wien verbrachte Polanyi die prägenden Jahre seines Lebens. Der Vortrag zeichnet in wenigen Strichen nach, wie sich Polanyis Erfahrungen im Roten Wien in seinen späteren Werken, die ihn zu einem der bedeutendsten Sozialwissenschaftler des 20. Jahrhunderts werden ließen, niederschlugen.

Maria Markantonatou (University of the Agean, IKPS)
Die Covid-Pandemie verstehen: Inspirationen von Karl Polanyi – per Video
To cope with the effects of the lockdowns and to try to return to “normality”, governments around the world, and even self-portrayed neoliberal ones, resorted to massive spending and the breaking of pre-pandemic fiscal orthodoxies. Thus, a current understanding of the pandemic management is that “The state is back. Long live globalization”, that states have “a choice between authoritarian nationalism and an open global order” and that “the return of government” ends an era “in which power and responsibility migrated from states to markets”. Is this the case? Does the rise of authoritarian nationalism conflict with the neoliberal globalization of the past decades? Karl Polanyi stressed that the self-regulating market system was not established spontaneously, and the state intervened to assist the maintenance of the market and correct the effects of crises borne by capitalist dynamics. What does this tell us about today’s state interventions implemented to correct the pandemic crisis effects? Do they restore or challenge the pre-pandemic economic governance?

Brigitte Aulenbacher (Johannes Kepler Universität Linz, IKPS)
Von der entfesselten Wirtschaft zur solidarischen Gesellschaft: Das Ausstellungskonzept

Wie ein roter Faden zieht sich die hochaktuelle Frage, wie die Menschheit die industrielle Zivilisation überleben kann, durch Karl Polanyis Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte des Kapitalismus hindurch, in der er das Verhältnis von Wirtschaft und Gesellschaft und die Herausbidlung der “Marktgesellschaft” wie des “Maschinenzeitalters” thematisiert. Als scharfsichtiger Kritiker des Wirtschaftsliberalismus zeigt er, wie die ökologischen und sozialen Lebensgrundlagen zerstört werden, wenn Märkte der Gesellschaft den Takt vorgeben und Natur, Arbeit und Geld wie Waren gehandelt werden, und wie die Gesellschaft sich zu schützen sucht. Der Vortrag arbeitet heraus, wie seine Denkfiguren dazu beitragen können, die Transformation des Gegenwartskapitalismus zu verstehen, und seine demokratisch-ökosozialistische Vision einer freien und gerechten Gesellschaft die Suche nach Wegen in eine post-kapitalistische Zukunft anregen kann.

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